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Gerd Rücker fotografierte zwischen ....  und ... immer wieder die Berliner Sektorengrenze bzw, die "Staatsgrenze der DDR zu Westberlin". Er konnrte sich mit der Trennung durch diese widernatürliche Grenze nicht abfinden und wurde zum wirklichen Grenzgänger, indem er Wege suchte, die ihn dicht ans Grenzsperrgebiet oder auch hinein brachten. Erlaubte es die Situation, nahm er seine Kamera heraus, fotografierte verbotenerweise den Blick Richtung Westen, auf dem dann mehr oder weniger der Sperranlagen zu sehen war, und verlies schnellstens wieder das Gernzsperrgebiet. Zuhause, im Badezimmer, entwickelte er seinen Film und vergößerte ein Abzug, den er (ausser seiner Frau) niemandem zeigen durfte, um nicht angezeigt, verhaftet und eingesperrt zu werden. 

 

 

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Drehort: Fußgängerbrücke Sonnenburger Straße, Prenzlauer Berg, Berlin

Datum:

Kamera: Ralf Gründer (mit Canon EOS und Blackberry Priv).

Blickrichtung: Westen; damals auf die Gleise der S-Bahn und auf die Nordkurve, die im Volksmund der Ostberliner auch "Bonzenschleuder" und "Ulbrichtkurve" hieß.

Das Fotografieren der "Grenze", im "Grenzsperrgebiet", der Grenzsperranlagen war verboten. Als militärisches Objekt unterlag der "Antifaschistischer Schutzwall" militäriischer Geheimhaltung. Ziviler Ungehorsam war generel unerwünscht, wer fotografierte handelte gegen das Gesetz und wurde bestraft.

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Tipp: Fotografieren verboten! : die Berliner Mauer von Osten gesehen / Lydia Dollmann ; Manfred Wichmann (Hg.). Mit Aufnahmen und Erinnerungen von Gerd Rücker. - 1. Aufl. - Berlin : Ch. Links Verlag, 2015. - 111 Seiten : zahlr. Ill. ; 245 mm x 195 mm.
(Veröffentlichungen der Stiftung Berliner Mauer)
Literaturangaben.
ISBN 978-3-86153-857-8